Das Jahr 2009 ist zwar noch jung, dennoch glaube ich, schon einen ersten Anwärter auf den Titel „CSR-Homepage 2009″ gefunden zu haben: auf www.nachhaltigebeschaffung.org wurde kürzlich eine Informationsplattform zum Thema Nachhaltige Beschaffung ins Leben gerufen…
…diese bietet umfangreiche Informationen zum Thema und zu internationalen Standards, eine Datenbank mit Praxisbeispielen (dzt. noch im Aufbau) und einen Self-Check, mit dem man als Unternehmen in aller Kürze einen ersten Überblick über das eigene Beschaffungsmanagement und eventuelle Optimierungspotentiale bekommen kann.
Dieses Web-Angebot ist insofern eine erfrischende Bereicherung für das CSR-Informationsangebot im Netz, weil Nachhaltige Beschaffung meiner Ansicht nach eines der zentralsten CSR-Themen der nächsten Zeit wird (bzw. werden sollte). Was ist damit überhaupt gemeint? Nachhaltige Beschaffung, oder auch nachhaltiger Einkauf bzw. Sustainable Supply Chain Management, bezeichnet die Ausrichtung der Einkaufspolitik und Zulieferkette eines Unternehmens nach sozialen und ökologischen Kriterien.
Und im Einkauf beginnt die Wertschöpfungskette eines Unternehmens, im Einkauf beginnt somit auch unternehmerische Verantwortung (respACT veranstaltete jüngst eine interessante Veranstaltung zum Thema). Hier haben Unternehmen wirklich die Möglichkeit, durch ihre Entscheidungen zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem und zu einer besseren (globalen) Gesellschaft beizutragen. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot: Solange im Wettbewerb der Zulieferbetriebe lediglich der Preis zählt, wird es in Billig-Lohn-Ländern immer ethische Verfehlungen geben und die komplexen Zulieferketten der multinationalen Konzerne werden nie „sauber“ sein. Erst wenn sich Firmen in ihrer Einkaufspolitik an soziale und ökologische Kriterien orientieren und dementsprechende Standards von ihren Zulieferbetrieben einfordern, können langfristige Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden.
Dies wäre zwar eine Facette unternehmerischer Verantwortung, die den Unternehmen mitunter auch „weh tut“, da nachhaltige Produkte und Rohstoffe meist auch mit höheren Preisen verbunden, dafür aber mit höherer Qualität, verbunden sind. Aber CSR muss manchmal auch „weh tun“, um zu einer besseren Welt beizutragen – es können nicht immer nur die „einfachen“ Mittel wie Kunstförderung oder Bio-Kantine für mitteleuropäische Fachkräfte sein.
Sustainable Supply Chain Management ist deshalb der Anglizismus des Jahres und Nachhaltige Beschaffung das Gebot der Stunde, wenn man so will. Nur: bislang gibt es noch nicht genug umfangreiche Informationen, Rahmenbedingungen und Handlungsanleitungen, die Unternehmen bei der Umsetzung helfen. Die Informationsplattform nachhaltigebeschaffung.org trägt einen Teil dazu bei, diese Wissenslücke zu schließen. Dem Schweizer „Verein für Nachhaltige Beschaffung“ als Betreiber wünsche ich deshalb viel Erfolg hoffe, dass möglichst viele Unternehmen dieses Informationsangebot in Zukunft nutzen werden.
Hallo Robert,
ich würde mich freuen, mehr twitter Einträge von dir zu erhalten. Zu deiner eigenen Freude, würdest du alsbald bemerken, dass CSR unter den Zwitscheranten einen heißes thema ist.
Von: chris wochagg am Februar 13, 2009
um 2:22