Der letzte Post endete mit der Definition von Corporate Social Responsibility laut dem CSR-Grünbuch der Europäischen Kommission – diese lautet folgendermaßen:
„CSR ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehung mit den Stakeholdern zu integrieren.”
Diese allgemein anerkannte, aber sehr kurz und allgemein gehaltene Definition kann man natürlich weiter konkretisieren und verschiedene Charakteristika festhalten, die in Literatur und Praxis für aktuelle Konzeptionen der CSR kennzeichnend sind:
- Integration in die Geschäftstätigkeit:
CSR muss strategischer und langfristiger Teil der Unternehmensstrategie und auf das Kerngeschäft des Unternehmens ausgerichtet sein.
- Drei Verantwortungsdimensionen:
CSR setzt sich aus den Bereichen der sozialen, ökonomischen und die ökologischen Verantwortung zusammen – dies nennt man die “Tripple Bottom Line” der CSR.
- Freiwilligkeit und proaktive Selbstverpflichtung:
CSR ist jene Verantwortung, die Unternehmen aus eigener Initiative und über gesetzliche Vorschriften hinaus wahrnehmen.
- Stakeholder-Orientierung
Das Konzept der CSR sieht Unternehmen nicht als isolierte Einheiten – es muss ein Dialog mit den Stakeholdern stattfinden, um die Erwartungen der Gesellschaft zu kennen und zu erfüllen.
- Schaffung eines Mehrwertes für Gesellschaft UND Unternehmen: CSR als Management-Konzept ist mehr als reiner Altruismus – es geht immer um einen beiderseitigen Nutzen, CSR ist somit jene Art der Verantwortung, die der Gesellschaft hilft und gleichzeitig dem Unternehmen ökonomische Vorteile verschafft.
Wie Köppl und Neureiter zusammenfassen, ist CSR somit ein „Managementansatz, der neben der ökonomischen Logik soziale und ökologische Verantwortung zu einem konkreten Bestandteil der Unternehmensstrategie macht.” (Köppl/Neureiter, 2004, S. 296)
Auf diesen Charakteristika und Definitionen aufbauend setzt sich für mich persönlich der Begriff CSR aus zwei Dimensionen zusammen:
- CSR als eine Wirtschaftsphilosophie und Selbstverständnis von Unternehmen:
Dies meint die Erweiterung des rein ökonomischen Denkens um gesellschaftliche und ökologische Dimensionen, verbunden mit einer nachhaltigen Denkweise und dem Paradigmenwechsel, dass Unternehmen nicht mehr als isolierte Einheiten, sondern als „öffentlich exponiert” verstanden werden und somit umfangreiche Beziehungen und Verantwortungen gegenüber ihren Stakeholdern, der Gesellschaft und der Umwelt haben.
- CSR als Verantwortungsmanagement:
Dies meint die Gesamtheit aller strategischen Prozesse und operativen Tätigkeiten, die mit der Verantwortungswahrnehmung eines Unternehmens verbunden sind – also die Transformation des CSR-Gedankens (laut Punkt 1) in unternehmerische Praxis. Verantwortungsmanagement bezeichnet somit die Implementierung von CSR in Form von CSR-Strategien, -Konzepten und Projekten, eine nachhaltige Geschäftstätigkeit, das Management der Stakeholder-Beziehungen und die damit verbundenen Kommunikation.
So, und zum Abschluss gibt’s noch das Quellenverzeichnis, das auch als Literatur-Tipp zum Thema gesehen werden kann:
Dubielzig, Frank (2008): Identifikation der Erfolgsrelevanz sozialer Themen.
In: Müller, Martin/ Schaltegger, Stefan (Hrsg.): Corporate Social Responsibility. Trend oder Modeerscheinung? Oekom Verlag, Gesellschaft für ökologische Kommunikation, München, S. 213-227
Europäische Kommission (2001):
Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung von Unternehmen. Grünbuch.
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, Luxemburg
Köppl, Peter/ Neureiter, Martin (2004):
Was ist Corporate Social Responsibility (CSR)?
In: Köppl, Peter/ Neureiter, Martin (Hrsg.): Corporate Social Responsibility. Leitlinien und Konzepte im Management der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Linde Verlag, Wien, S. 5
Köppl, Peter/ Neureiter, Martin (2004): Anleitungen zur Umsetzung von CSR: ein Management-Leitfaden für Unternehmen. In: Köppl, Peter/ Neureiter, Martin (Hrsg.): Corporate Social Responsibility. Leitlinien und Konzepte im Management der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Linde Verlag, Wien, S. 293-313
Kuhlen, Beatrix (2005): Corporate Social Responsibility (CSR). Die ethische Verantwortung von Unternehmen für Ökologie, Ökonomie und Soziales. Entwicklung – Initiativen – Berichterstattung – Bewertung. Deutscher Wissenschafts-Verlag, Baden-Baden
Müller, Martin/ Schaltegger, Stefan (Hrsg.): Corporate Social Responsibility. Trend oder Modeerscheinung? Oekom Verlag, Gesellschaft für ökologische Kommunikation, München. Vor allem die Kapitel 1, 2, 3, 4 beschäftigen sich mit Definitionen und Abgrenzungen des CSR-Begriffs