Wann immer ich im Alltag über CSR diskutiere bzw. meine Online-Recherchen zum Thema durchführe, dann fällt mir auf, dass der Begriff CSR oft in Verbindung mit einigen anderen Phänomenen genannt wird bzw. mitunter auch voreilig von diesen vereinnahmt wird. Deshalb möchte ich, bevor ich klare CSR-Definitionen aufarbeite, zuerst folgende grundsätzliche Frage behandeln:
Wo gehört CSR eigentlich hin? Oder besser: wo gehört CSR eigentlich nicht hin?
Deshalb, um mit meines Erachtens weit verbreiteten Missverständnissen aufzuräumen: CSR ist keine Kritik an den Praktiken von (multinationalen) Unternehmen, CSR ist auch keine Form des zivilgesellschaftlichen Protests gegen unethische Auswüchse des globalisierten Kapitalismus, CSR ist auch keine Form der Arbeit von NGOs, ebenso wenig ist CSR ein Ausdruck des Lebensstils der LOHAS und schreibt auch keinen Konsumenten den „ethischen Konsum“ vor – kurz und bündig, CSR ist nichts, was sich in die (hier bewusst verallgemeinerten) Schubladen „Gutmenschen“ oder „Protest“ packen lässt…
…trotzdem: indirekt hat CSR (teilweise mehr, teilweise weniger) mit diesen Dingen zu tun. Grob zusammengefasst lässt sich festhalten, dass CSR mit den genannten Phänomenen zumindest jenen gemeinsamen Nenner hat, dass es Teil eines übergeordneten Diskurses über eine gerechtere und nachhaltigere Marktwirtschaft ist.
ABER: Wie der Name ‚CORPORATE Social Responsibility’ jedoch impliziert, ist CSR innerhalb dieses Diskurses auf Seiten der Unternehmen angesiedelt – und das ist die zentrale Eigenschaft von CSR (eigentlich logisch…). Es ist somit jener Teil, den die Unternehmen selbst zu einer gerechteren Wirtschaft und einer besseren Gesellschaft beitragen. Dies aber weder im Sinne einer wahllosen Entfaltung von Wohltätigkeit, noch im Sinne eines PR-Gags zur Reputationssteigerung…
…vielmehr lässt sich CSR als ein Konzept zu beschreiben, das Unternehmen auf strategischer Ebene dazu dient, Verantwortung zu übernehmen und damit Vorteile für die Gesellschaft, für die Umwelt aber auch für das eigene Unternehmen zu erzielen. Insofern definiert die europäische Kommission auf Seite 8 ihres CSR-Grünbuchs:
„CSR ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehung mit den Stakeholdern zu integrieren.“
Diese Definition ist das, was CSR sein sollte und es ist auch jene Definition, die in der gängigen CSR-Literatur am öftesten verwendet wird und den CSR-Diskurs in Europa erst richtig in Gang setzte. Auf dieser Basis kann man CSR dann weiter konkretisieren und die genaueren Charakteristika festhalten. Dies werde ich im nächsten Post hier im ‚Fokus Verantwortung’ machen…
…also dran bleiben. Einen schönen Start in die Woche wünscht Robert Lecker
[...] Wo CSR (Corporate Social responsibility) (nicht) hingehört – CSR-Definition „CSR ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehung mit den Stakeholdern zu integrieren.“ [...]
Von: Interessantes aus dem Feedreader :: Blogpatenschaften am Dezember 8, 2008
um 7:36