Corporate Social Responsibility wurde in den letzten Jahren verstärkt in den öffentlichen Diskurs gerückt – sowohl in den Medien, in der Wissenschaft als auch in den Führungsetagen und Kommunikationsabteilungen der Wirtschaft wird die soziale Verantwortung von Unternehmen diskutiert. Diese Relevanz wurde mir während meiner Online-Recherchen im Laufe der letzten Woche wieder mal vor Augen geführt, als ich (wie schon so oft) auf Berichte gestoßen bin, die besagen, dass „CSR der Megatrend für das Wirtschaften der Zukunft ist“, dass „CSR ganz oben auf der Agenda steht“ oder dass „CSR ein Business Case mit wachsender Bedeutung ist“.
Dass gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen derzeit so öffentlichkeitswirksam propagiert wird, finde ich natürlich sehr gut, denn immerhin hilft es, die Marktwirtschaft in punkto Ethik ein wenig auf Vordermann zu bringen… Verfolgt man jedoch die wissenschaftliche Literatur der letzten Jahre (zum Beispiel Porter & Kramer 2003 u. 2006; Kottler & Lee 2005; Habisch et.al. 2006 u. 2008; Orlitzky et.al. 2003), dann erkennt man, dass dieser Diskurs schon seit einigen Jahren betrieben wird und demgemäß eigentlich nichts revolutionär Neues mehr sein sollte…
…um deshalb hier im Blog einen „Schlussstrich“ unter die Sache zu ziehen, werde ich in den nächsten drei Einträgen den Diskurs um die Relevanz und die Potentiale von CSR aufarbeiten und knackig zusammenfassen. Im Großen und Ganzen wird es darum gehen, dass die derzeitige Popularität von CSR kein kurzfristiger Trend ist und dass es abseits vom zeitgeistigen Getrommel rund um Anglizismen, die mit „Corporate…“ beginnen, eben knallharte Argumente gibt, warum die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Dies werde ich in folgende Einträge unterteilen: (1) Gesellschaftliche Anforderungen, die CSR zunehmend notwendig machen; (2) ökonomische Vorteile, die ein strategisches CSR-Management mit sich bringt und die damit verbundenen Win-Win-Potentiale für Unternehmen und Gesellschaft; (3) Zukunftsaussichten und mögliche Grenzen von CSR.
Am Ende soll dann herauskommen, dass sich niemand mehr im Unklaren darüber ist, warum CSR denn nun so „en vogue“ ist
Und nachdem ich das ganze auch in meiner Diplomarbeit kurz aufrollen werde, bin ich natürlich über Ergänzungen und Anregungen immer erfreut…
Es wäre sehr fein, wenn die wissenschaftliche Bearbeitung des Themas mit Praxisbeispielen flankiert werden würde. Z.B. wäre es sehr spannend, Experteninterviews oder Best-Practice-Berichte zu lesen, damit der Blog auch seine praktische Verankerung erhält…Außerdem werden sich auch sehr viele Unternehmen dafür interessieren, wie man das Thema bearbeiten kann, wer es schon gemacht hat und wie…
Von: Andreas Jaritz am Juli 29, 2008
um 6:41 vormittags
Hey Andy! Natürlich wird es auch praktische Ausführungen zur Relevanz von CSR geben, die gibt’s dann aber in Zukunft wenn diesbezüglich was aktuelles passiert… Diese erste Reihe an Einträgen soll dafür dienen, das ganze theoretisch aufzuarbeiten und darunter einen Schlussstrich zu ziehen…
Auf alle Fälle vielen Dank für die Anregungen,
lg Robert
Von: Robert Lecker am Juli 30, 2008
um 6:43 nachmittags