Verfasst von: Robert Lecker | Juli 23, 2008

CSR-Idee für Universitäten

Bin gerade in der frisch aus der Taufe gehobenen und überaus empfehlenswerten Wissenschafts-Zeitung “Recherche” auf eine interessante NGO gestoßen: “ForscherInnen ohne Grenzen nennt sich eine Organisation, die sich für WissenschaftlerInnen, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten, einsetzt. Konkret geht es dabei darum, dass viele dieser vor politischer Verfolgung, Krieg oder Rassismus flüchtenden Akademiker dann in anderen Ländern (wie zum Beispiel Österreich) als Asylwerber landen und sich mit unqualifizierten Jobs in schlechten Bedingungen über Wasser halten müssen, während ihr wahres Talent brach liegt…

Dabei kommen mir ganz spontan zwei Gedanken: Erstens, dass die “ForscherInnen ohne Grenzen” sehr gute Arbeit machen und sich für eine wirklich gute Sache einsetzen (so wie die meisten NGOs). Und zweitens, dass dies doch eine gute Komponente in einem Corporate Social Responsibility Konzept für Institutionen, die sich mit Wissenschaft und Bildung beschäftigen, wäre. Also, liebe Rektoren, Direktoren und Institutsvorstände – wenn ihr Euch mal am Gemeinwesen beteiligen, etwas “Gutes” tun oder einfach aus Trend-Gründen ein CSR-Konzept wollt, dann wäre eine Zusammenarbeit mit bzw. eine Unterstützung von “ForscherInnen ohne Grenzen”  eine gute Spendenmaßnahme, die an Eurem Kerngeschäft ausgerichtet ist (so wie strategisch richtige CSR eben praktiziert werden soll).

Aber nicht glauben, dass mit ein bisserl Spenden schon alles geritzt ist, denn das ist – wie leider noch zu wenig bekannt – nur ein Teil eines umfangreichen CSR-Konzeptes. Ein bisschen Spenden allein macht noch aus keinem Unternehmen oder Institution einen “guten Bürger” :)


Antworten

  1. ich würd mich ja schon über nen soziales netzwerk für forscherInnen bzw. wissenschaftlerInnen freuen…
    ;-) aber deins ist auch ne super idee ;-)

  2. Hallo,

    Spenden? Warum spenden?
    Sollten die Uni das als kleines “Körberlgeld in den Hut werfen” anlegen, oder tatsächlich Strukturen (sprachliche…) schaffen, damit ausländische Forscher nach Ihrer Vertreibung in Österreich an den Universitäten ihre Arbeit und Forschungen – auch zum Wohl ihrer Gastgeber – weiterführen können?

    CSR bedeutet für mich keine Einbahnstraße, sondern das In-Bewegung-Bringen von Geben&Nehmen-Zyklen, vulgo Symbiosen auf Basis des gegenseitigen Wohlwollens…

    Oder?

    Mit galanten Grüßen,
    Kernfragensachverständiger van der Wölln
    (ponyhof08.wordpress.com – Kinderlächeln statt Wahlkampfhecheln)


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