Im letzten Beitrag wurde die Verbindung zwischen Corporate Social Responsibility (CSR) und Unternehmenskommunikation skizziert. Dem folgend geht es diesmal darum, was das symbiotische Verhältnis zwischen den beiden Disziplinen für das Management in der Praxis bedeutet.
Was dabei am wichtigsten ist: Die Rolle von CSR muss mehr sein als ein bloßes “Thema” oder ein “Bereich” der Unternehmenskommunikation. Vielmehr müssen Verantwortungs- und Kommunikationsmanagement auf einer Ebene behandelt sowie gemeinsam geplant und gemanaged werden. Kurz und knapp: notwendig ist ein integriertes Management von Kommunikation und Verantwortung.
Die Unternehmenskommunikation soll zum „Ort der Verantwortungswahrnehmung im Unternehmen“ (Karmasin/Weder, 2008) werden. Das heißt meines Erachtens im engeren Sinn, dass eine nahtlose Zusammenarbeit dieser beiden Disziplinen stattfinden und dem Kommunikationsmanagement eine zentrale Rolle im CSR-Prozess zukommen muss. Im weiteren Sinne heißt dies auch, dass eine organisatorische Anbindung der Abteilung für gesellschaftliche Fragestellungen (bzw. CSR) an die Unternehmenskommunikation stattfinden kann…
…was auch einen Beitrag zur Frage der Institutionalisierung von CSR liefert: Denn da CSR ein sehr querschnittsartiges Arbeitsfeld darstellt, ist in der Praxis die Frage nach der Eingliederung von CSR in die Abteilungen eines Unternehmens noch nicht hinreichend geklärt. Die Abteilung der Unternehmenskommunikation ist deshalb eine durchaus anzudenkende Option, wenn es um die innerbetriebliche Verortung von CSR-Agenden geht – was auch in der Praxis durchaus zur Anwendung kommt. Allein, ein Risiko hat die Sache: Man läuft Gefahr, dass CSR als “Kommunikationsthema” oder “PR-Tool” missverstanden wird.
Ebenso wird die Frage nach dem Ausmaß der Integration von CSR und Unternehmenskommunikation vom jeweiligen Kontext und der Struktur eines Unternehmens abhängen und kann nicht durch allgemeingültige “One-Fits-All-Konzepte” beantwortet werden. In kleinen und mittleren Unternehmen beispielsweise bietet es sich auf Grund der geringen personellen Kapazitäten sehr gut an, CSR und Kommunikation in einer Abteilung zu integrieren. In großen Unternehmen werden es eher seperate Abteilungen sein – hier muss der Schwerpunkt darauf liegen, die richtige Zusammenarbeit der beiden Abteilungen sicherzustellen.
ABER: Kommunikation muss dem CSR-Gedanken entsprechen
Nichtsdestotrotz meint die Integration von CSR und Unternehmenskommunikation keineswegs, dass man nun einfach der PR-Abteilung das Namensschild “CSR” oder “Corporate Citizenship” umhängt. Vielmehr muss der CSR-Gedanke auf die Kommunikation eines Unternehmens “abfärben”. Vor dem Hintergrund von CSR werden deshalb spezielle Anforderungen, Kommunikationsprinzipien und Kompetenzen für die Unternehmenskommunikation relevant. Diese werde ich im nächsten Beitrag behandeln.
Zum heutigen Beitrag gibt es natürlich auch wieder einen kurzen Auszug aus meiner Diplomarbeit zum Download.