Verfasst von: Robert Lecker | Dezember 14, 2011

Medien und Politik auf den Hund gekommen

Eine erstklassige Anleitung für Kampagnenjournalismus und politische Mobilisierung im Österreich des Jahres 2011 lieferte unlängst die gute alte Kronen Zeitung.

Vor ein paar Wochen skandalisierte das Blatt die vermeintliche Massentötung von Straßenhunden in der Ukraine. Um die dortigen Städte für die Fußball-EM 2012 „sauber“ zu bekommen, würden „Streuner“ systematisch erschossen, vergiftet, abgeschlachtet.

Unter der Feder von Krone-Tierlady Maggie Entenfellner und garniert mit grausamen Bildern wurde so eine nationale Empörung herbeigeschrieben, die selbst im ORF thematisiert wurde und zu einem politischen Schulterschluss der Parteien führte. Allen voran BZÖ-Hero Peter Westenthaler und FPÖ-Recke HC Strache, dessen Partei 15.000 € für eine von der Krone initiierte Hilfskampagne für die armen Hündchen spendete.

Faksimile aus der Krone, entnommen von kobuk.at

Aber: die Wahrheit liegt oft jenseits der Bilder…

Allein, so ganz blitzsauber war die ganze Geschichte dann doch nicht, wie nun der Mediawatchblog „Kobuk!“ aufdeckte – „Wenn die Ukraine Hunde tötet, stirbt bei uns die Wahrheit“, so der treffende Titel:

Abgesehen von den gesundheitlichen und hygienischen Gefahren, die von streunenden Hunden ausgehen, war die Berichterstattung dieser Krone-Kampagne sehr unsauber… Lies mehr …

Im Zuge unserer letzten gemeinsamen Bergwanderung führte ich ein interessantes Gespräch mit Andy Jaritz, einem der Gründer von Nomad Earth (Magazin für Faires Reisen und Outdoor-Sport). Ich fand das Gespräch so spannend, dass ich es hier als Interview aufgearbeitet habe. Aber lest am Besten selbst, was Andy über den Zusammenhang von Wandern und nachhaltiger Entwicklung denkt oder wer ihn in punkto Nachhaltigkeit inspiriert hat.

andreas jaritz Wir sitzen hier auf mehr als 2.100 Metern Seehöhe und damit weit weg vom Alltagstrubel – was macht für Dich den Reiz aus, immer wieder in die Berge zu „flüchten“?
Zum Einen natürlich die Schönheit der Natur. Zum Anderen ist es auch eine Art Reinigung: Mein Körper schüttelt durch das stetige Bergaufgehen den Büro-Andy ab und meine Gedanken werden nach und nach entspannter. Bis alles draußen ist aus dem Kopf, was dort schwer lastet. Wenn dann auch noch Freunde dabei sind, dann wird eine Wanderung schon fast zu einer dynamischen Gruppenmeditation.

Wow, das klingt ja schon sehr philosophisch… Da möchte ich gleich nachhaken: kannst Du einen Zusammenhang zwischen einer Wanderung und dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit herstellen?
Ich versuch’s…. Gehen ist ja unsere ureigene Fortbewegungsmethode, es passiert genau in der Geschwindigkeit, für die der Mensch eigentlich geschaffen ist. Wandern heißt deshalb, sich auf die einfachen Dinge rückzubesinnen, sich einer Entschleunigung zu unterziehen – und das bringt den Menschen näher zur Nachhaltigkeit. Mit Christian Hlade von Weltweitwandern habe ich vor einiger Zeit übrigens über das gleiche Thema gesprochen. Lies mehr …

Verfasst von: Robert Lecker | Mai 18, 2011

Die Causa Pril und andere Social Media Problemchen

Die Leiden des jungen Social Media Managers – ein Drama in zwei Akten. So oder ähnlich könnte ich meinen heutigen Beitrag zusammenfassen. Grund dafür sind zwei ernüchternde Social Media Stories, die heute die Runde im Netz machten:

1) Pril: Klassischer „Epic Fail“ in Sachen Social Media

Die Henkel’sche Spülmittel-Marke Pril wollte sich in punkto Crowdsourcing profilieren und startete einen Design-Wettbewerb: User sollten Ihre persönliches Etikett designen, die Sieger-Flaschen kommen in den Handel…

…dabei sind die Ergebnisse nicht so ganz verlaufen, wie sich Pril das gewünscht hatte – was schon vor einem Monat abzusehen war, als viele der eingereichten Designs wohl nicht ganz nicht den Vorstellungen des Unternehmens entsprachen (nachzulesen z.B. bei Jens Stratmann, am Marketing Shop Blog oder auf Spiegel.de).

Lies mehr …

Verfasst von: Robert Lecker | Mai 11, 2011

Empfehlung: Social Media Kampagne für Grüne Jobs

Irgendwie pfeifen es die Spatzen ja immer wieder von den Online-Dächern: die Themen Nachhaltigkeit und Social Media passen gut zusammen… Will heißen, dass sich Nachhaltigkeitsthemen sehr gut über soziale Medien kommunizieren lassen. Einen empirischen Beweis habe ich bis dato zwar noch nicht erhalten, aber immerhin hatte ich seit jeher ein gutes Gefühl bei dieser Konstellation…

…so auch bei einer jüngst gestarteten Aktion für „Green Jobs“, die ich hiermit empfehlen möchte:

Der oberösterreichische Politiker und Umwelt-Landesrat Rudi Anschober (Die Grünen) möchte mit einer breit angelegten Kampagne für „Grüne Jobs“ die Entwicklung von Öko-Berufen fördern und das öffentliche Bewusstsein dafür schärfen. Es sollen Unternehmen und Karrieremöglichkeiten  in den Bereichen Ökoenergie, Entsorgung und Umweltschutz vorgestellt werden.

Mutig: Social Media als Leitmedium
Das Besondere daran: Anschober geht (für österreichische Verhältnisse) neue Wege und setzt ganz auf soziale Medien. Die Kommunikation läuft vorwiegend über eine Facebook Fanseite sowie über einen überaus ansprechend gestalteten Youtube-Kanal. Und das in Österreich – na der traut sich was, der Mann…

Wer wagt gewinnt?
Ich hoffe, dass dieser Mut belohnt und die Kampagne erfolgreich wird. Warum nicht? Denn Nachhaltigkeit spricht grundsätzlich ein internetaffines Publikum an und ist ein Thema, das sich perfekt für Dialog und Viralität eignet: wer sich dafür interessiert, identifiziert sich auch damit und wird deshalb in sozialen Netzwerken darüber sprechen wollen.

Aber wie sieht es mit dem empirischen Beweis aus? Eine erste Zwischenbilanz: Die Facebook Page hat nach knapp zwei Wochen schon rund 2.200 Fans und kann ein gutes Maß an Interaktion vorweisen – aber es bedarf mehr, um wirklich etwas zu bewegen. Der Youtube Kanal ist wie bereits erwähnt graphisch sehr gut umgesetzt – könnte aber durchaus ein bisschen mehr Views vertragen…

…aber noch ist nicht aller Tage Abend, denn die Aktion hat ja gerade erst gestartet. Ich bin schon gespannt wie sich „Grüne Jobs“ in den nächsten Wochen und Monaten entwickeltd und wünsche der Kampagne auf alle Fälle alles Gute!

Verfasst von: Robert Lecker | April 26, 2011

Was eine Bergwanderung mit Nachhaltigkeit zu tun hat…

Raus aus Wien, weg vom Großstadtlärm, rein in ein verlängertes Osterwochenende in der südsteirischen Heimat. Der großartige Start: eine gemütliche Karfreitagswanderung mit guten Freunden. Ziel war der Speikkogel auf der Koralpe an der Grenze zwischen der Weststeiermark und Kärnten.

Eine scheinbar „einfache“ Wanderung am Berg, man fährt am Morgen los und ist am frühen Abend wieder zuhause… Und doch hat man Großes erlebt. Denn es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr die Natur inspiriert und Kraft gibt.

Man ist weg vom Schuss unserer Zivilisation, man betrachtet die Dinge sozusagen von oben, aus der Vogelperspektive. Unweigerlich relativiert man die materiellen und geistigen Konstrukte, die unsere Gesellschaft hervorgebracht hat, man gibt Ihnen schlichtweg weniger Gewicht.

Man fühlt sich nicht isoliert von der Natur, sondern als ein Teil des Ganzen, verbunden mit der Erde, der Luft, dem Himmel.  Man ist mit wenig zufrieden, weil man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: Freunde, frische Luft, Bewegung, Sonne, Natur, gute Gespräche, Humor und Lachen.

In dieser Szenerie fällt es mir dann auch immer leichter, über Themen wie Nachhaltigkeit nachzudenken. Und so entstand der nächste Blog-Artikel. Denn einer meiner Wander-Kollegen war Andy Jaritz, einer der Mitbegründer von Nomad Earth, einem Magazin für nachhaltigen Tourismus und Outdoorsport. Wir nutzten die Wanderung für ein interessantes Gespräch über Nachhaltigkeit – dieses gibt es in Kürze hier im Blog als Interview.

Bis dahin möchte ich es jedoch bei einer kurzen Zusammenfassung der Bergwanderung bei Kaiserwetter schließen: solche Tage sind ein Privileg. Nutzt Eure Zeit in der Natur und behandelt diese mit Respekt! Wahrscheinlich könnten wir in punkto Nachhaltiger Entwicklung schon viel weiter sein, wenn der Mensch sich mehr auf das „Wesentliche“ (siehe oben) konzentrieren, sich weniger von der Natur isolieren und sich mehr als Teil des Ganzen sehen würde.

Verfasst von: Robert Lecker | April 10, 2011

Tipp des Monats: Nomad Earth

nachhaltiger tourismus reisen outdoorEndlich! nomadearth.com ist seit gestern online. So lange habe ich drauf gewartet, jetzt ist es soweit. Und ich bin begeistert! Warum das?

Erstens ist Nomad Earth ist ein frisches und innovatives Online-Magazin über Reisen und Outdoor-Sport. Das Besondere daran: im Mittelpunkt steht das Wörtchen „fair“, denn Nomad Earth hat sich ganz dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet. Es geht um nachhaltigen Tourismus, faires Reisen, ökoverträglichen Outdoor-Sport, und und und. Aber am besten werft Ihr selbst einen Blick darauf, denn nomadearth.com ist auf alle Fälle mal mein absoluter Lese-Tipp des Monats/Jahres!

Zweitens bin ich besonders stolz, dass die beiden Nomad Earth Gründer Andy und Mario zwei meiner besten Freunde sind. Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Start und wünsche den beiden Jungs mal alles Gute und viele viele viele begeisterte LeserInnen. Möge die Macht mit Euch sein!

Und zu guter letzt noch ein wenig Eigenwerbung: auf Nomad Earth gibt es auch ein Interview mit mir, in dem ich über meine Erfahrungen mit Reisen per Autostopp erzähle.

robert lecker nomad earth

Verfasst von: Robert Lecker | März 30, 2011

Social Media und Employer Branding – it works!

In einem meiner letzten Beiträge habe ich das Thema Social Media und Employer Branding besprochen. Eine der darin diskutierten Thesen war, dass Social Media vor allem bei jungen potentiellen Arbeitnehmern ein Erfolgsfaktor ist.

Diese These wurde jüngst in meiner praktischen Arbeit bestätigt: Ich betreute für die Hotelmarke CUBE Hotels deren Teilnahme an der YPD Challenge 2011. Dies ist Österreichs größter Wettbewerb um die besten Praktika für Schüler und Studierende. Mehrere tausend TeilnehmerInnen spielen mit, am Ende dürfen sich die bestplatzierten Ihre Praktika bei den YPD-Partnerunternehmen aussuchen.

Ziel war es, die CUBE Hotels als attraktive Brand zu positionieren und gegenüber den anderen Brands „sichtbarer“ zu machen. Ziemlich tricky, denn die Brand CUBE war im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Unternehmen die kleinste und unbekannteste… Es galt, sich gegen Kaliber wie Red Bull, Orange oder Fly Niki zu behaupten - also David gegen Goliath.

Hinzu kam, dass bis auf die YPD-eigenen Medien (Online-Welt, Magazin, etc.) kein Budget für zusätzliche Kommunikation zur Verfügung stand. Also haben wir in die Social Media Trickkiste gegriffen, um den David CUBE gegen die anderen Goliaths zu rüsten.

Und das ging kurz und knapp so:

1) YPD-Kommunikation fast ausschließlich über die Social Media Kanäle der CUBE Hotels (v.a. Facebook u. Blog)

2) Einen klassischen Social Media „Brand Embassador“ Job, den „CUBE Outdoor Explorer“ (kurz: 1 Monat Outdoor unterwegs und darüber berichten. „Spaß-Faktor“ höher gewichtet als „Karriere-Faktor“)

3) Sämtliche Links in den YPD Medien gingen auf unsere Social Media Kanäle sowie auf eine Landing Page, die wiederum sehr Social-Media-geprägt war

4) Alle interaktiven Aktionen wie Gewinnspiele liefen über Facebook und Blog

5) Auf den Social Media Kanälen der YPD Challenge wurde aktiv an Gesprächen beteiligen

Das Ergebnis…

…kann sich für den „David“ CUBE aus Sicht des Employer Brandings durchaus sehen lassen:

  • Der Sieger der YPD Challenge 2011 entschied sich bei einer Auswahl von mehr als 100 Jobs für den CUBE Job
  • Die erstplatzierte weibliche Teilnehmerin entschied sich ebenfalls für den Job
  • Auf der CUBE Facebook Page wurden zur Spielzeit mehr als 100 Interaktionen (Einträge) von YPD TeilnehmerInnen getätigt.

Fazit:
Social Media hat sich in diesem Fallbeispiel sehr gut bewährt, um junge Menschen in Ihren Lebenswelten abzuholen, authentisch zu kommunizieren und als „coole“ Brand aufzutreten. Die Frage ist nun: ist Korrelation in diesem Fall auch Kausalität? Sprich: war dies ein Einzelfall, gar Zufall, oder lässt sich dieses Fallbeispiel auch auf andere Brands umlegen?

Anyway, was aber fix ist: Gratulation an die beiden YPD GewinnerInnen und ich wünsch Euch einen coolen Sommer-Job!

Disclaimer: Diesen Artikel habe ich als Privatperson verfasst und er spiegelt meine private Ansicht wider. Ich bin kein Mitarbeiter und kein offizieller Vertreter von The CUBE Hotels GmbH & Co KG, sondern betreue die Hotelmarke im Bereich Social Media sowie diversen crossmedialen Projekten und PR-Agenden. Dieser Artikel ist keine offizielle Information von The CUBE Hotels GmbH & Co KG.

Verfasst von: Robert Lecker | März 20, 2011

Modisches Weltbild 2.0: die Videokunst der Tiroler ÖVP

Gute Image-Videos zu machen ist eine der härteren Disziplinen guter Kommunikationsarbeit. Besonders hart wird es, wenn der Clip auch noch peinlich ist und man per YouTube zur unfreiwilligen Lachnummer im Netz wird. Schon so manche Institution hat sich dabei auf gröbste lächerlich gemacht, ich zitier da nur mal das legendäre Bundesheer Video.

Über derstandard.at bin ich dieser Tage auf ein echtes Gustostückerl in Sachen Videokunst gestoßen: ein Meisterwerk der Tiroler ÖVP-Frauen, in dem die „Frau von heute“ als „Heldin des Alltags“ präsentiert wird. Vorhang auf, Film ab:


Obwohl das Video wenig Staub aufgewirbelt hat, möchte ich es an dieser Stelle kurz diskutieren, weil es doch dreierlei Diskussionspunkte aufwirft:

Erstens: das Frauen- und Weltbild der ÖVP Frauen
Die Frau wird hier gezeigt als unterwürfige Dienerin, die neben der Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung natürlich auch noch Karriere macht und im Beruf ihren Mann steht. Zudem soll wohl auch ein bisserl „provoziert“ werden, wenn die Frau dann auch noch als „die erotische“ dargestellt wird, indem sie sich die Bluse auszieht und nur im BH bekleidet Ihrem Mann die Füße massiert – während dieser sich genüsslich ein Bierchen hinter die Binde gießt.

Obwohl ich durchaus ein Genießer von Fußmassagen bin, finde ich es schon sehr engstirnig, der patriarchalen Unterwerfung der Frau ein bisschen Karriere-Frau hinzuzufügen und zu glauben, dass dies ein modernes Frauenbild ergibt. Aber hier will ich nicht zuviel Kritik üben (das überlass ich den Feministinnen), denn Weltbilder sind immer subjektiv und ich respektiere nunmal auch die Ansichten der Tiroler ÖVP.

Zweitens: der Kontrollverlust im Social Web
Die schwarzen Damen aus dem Tiroler Ländle wollten das Video anscheinend nach der Veröffentlichung wieder vom Netz nehmen (Kann ich Ihnen nicht verübeln :D ). Nix da, wurde gleich wieder von einem Youtube User hochgeladen, dort wurde es wieder entfernt, nur um von einem anderen User wieder hochgeladen zu werden. Also wird dieses cineastische Meisterwerk der Weltöffentlichkeit wohl erhalten bleiben, ob die ÖVP es will oder nicht.

Also alles easy, oder? Nein, denn eines verwundert und verärgert mich immer wieder bei solchen Kunstwerken:

Drittens: Wie schafft man es, so einen Bockmist
zu produzieren und auch noch zu veröffentlichen?

Die ÖVP ist ja eine seriöse Partei mit professionellen Leuten, da müsste ja gut gearbeitet werden… Es gibt in großen Unternehmen und Institutionen ja komplexe Freigabe-Prozesse, wo ewig viele Leute hundert mal drüberschauen und ihren Senf dazugeben, bevor irgendwas an die Öffentlichkeit geht. So ein Video produziert ja nicht eine Person allein im dunklen Kämmerchen und hat es in fünf Minuten fertiggestellt und veröffentlicht…

…und trotzdem sieht der Clip aus, als hätte eine Schüler-Projektgruppe der HAK Hintertupfingen das erste Mal mit Windows Movie Maker experimentiert: die Darsteller passen überhaupt nicht zusammen, die ganzen Requisiten wirken schnell zusammengeschustert, die Darstellungen strotzen nur so vor Banalitäten und Klischees.

Fazit: Mein neuer Berufswunsch
Das nehm ich aber niemandem übel, sondern fühle mich inspiriert: ich wäre eigentlich gern die Agentur, die mit solchem Bullshit Geld verdient und das wahrscheinlich nicht zu knapp. Denn bedenkt man Politik-Honorare á la Grasser-Website, dann gingen für diese Video-Produktion gut und gerne weit mehr als 10.000 Euro über den Ladentisch.

Zum Abschluss noch mein Rat an die ÖVP Frauen Tirol: Ihr könnt gern zu Eurem Welt- und Frauenbild stehen; aber bitte packt es in professionellere Videos. Dann dürft Ihr bei der nächsten Fußmassage auch die Bluse an lassen.

GLG, Euer Robert.

P.S.: mein geschätzter Kompagnon Thomas Borstner hat mich übrigens auf noch eine Perle aus der ÖVP’schen Cineastik Marke „Tiroler Ländle“ aufmerksam gemacht. Die scheinen ja echte Video-Künstler zu sein…

P.P.S.: Und wenn wir schon beim ÖVP-Bashing sind, dann gleich richtig: dieses funky Video der coolen Jungen ÖVP Wien (ebenfalls gefunden über derstandard.at) bestätigt wieder mal die alte Maxime: „ich will nie so alt werden wie die junge ÖVP jetzt schon ist“.

P.P.P.S.: Politischer Disclaimer: Ich gehöre keiner politischen Partei an, möchte der ÖVP mit diesem Post nicht bewusst schaden und respektiere die ÖVP als eine professionelle Partei, die gute Arbeit leistet. Sinn dieses Posts war es nur, mich über die Videos Ihrer Landesorganisationen lustig machen :D

Verfasst von: Robert Lecker | März 6, 2011

Round Table zu Social Media und Employer Branding

Diese Woche nahm ich wieder mal am Social Media Round Table des Public Relations Verbandes Austria (PRVA) teil. Am Speiseplan stand das Thema Social Media und Employer Branding (bzw. Recruiting) – äußerst delikat, weil in unseren Breiten weitgehend Neuland…

Den sehr gelungenen Einstieg ins Thema lieferte Michael Gattereder, Crossmedia Director bei Martrix: er präsentierte, wie man eine klassischen Karriere-Website durch Social Media Kanäle erweitern kann, um ein authentisches und dialogorientiertes Bild einer Arbeitgebermarke zu schaffen. Als Fallbeispiel zog er die A1 Telekom Austria heran, insbesondere deren Facebook Karriere Fanpage.

Inspiriert durch diesen Input ging es dann in eine offene und produktive Gesprächsrunde: wir diskutierten Möglichkeiten, um per Social Web mit potentiellen Bewerbern in Dialog zu treten, authentische Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben und sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Die wichtigsten Einsichten für mich:

  • In der Dialoggruppe der “zukünftigen Arbeitnehmer“ (Lehrstellen-Suchende, SchülerInnen, Studierende, AbsolventInnen) hat Social Media großes Potential. Man kann vor allem junge Menschen gut in Ihren Lebenswelten abholen, unkompliziert interagieren und Hintergrundinfos anbieten.
  • Anders sieht die Sache bei jenen Arbeitnehmern aus, die bereits ein Dienstverhältnis haben. Hier ist Social Media zwar ein nützlicher Info-Kanal, jedoch spielt der Interaktionsaspekt keine große Rolle. No surprise, denn ein Jobwechsel und die damit verbundene Kommunikation laufen ja diskret und nicht „public“ ab.
  • In punkto Tools wurde vor allem Facebook (Karriere-Fanpage) viel Potential zugesprochen. Youtube ist ideal, um Spots aus dem Arbeitsleben zu zeigen und auf anderen Kanälen einzubinden. Twitter, so der einhellige Tenor, ist zwar nett als zusätzlicher Info-Kanal, wird aber nix weltbewegendes bringen.
  • Interessanterweise hat auch mit XING hat noch niemand revolutionäre Erfahrungen gemacht – bin gespannt, wie diese Plattform sich diesbezüglich in Zukunft entwickelt…

So far, so good – die Diskussion hat gemundet und bin neugierig, wie sich das Thema Social Media und Employer Branding in der Praxis entwickeln wird. Ich danke dem PRVA für die Einladung und den konstruktiven Abend und freue mich schon auf den nächsten Round Table im April!

P.S.: ganz nett finde ich übrigens den Job-Blog von Groupon: durch die chronologische An- und kategorische Einordnung der Posts findet man sich schnell zurecht und nett aussehen tut’s obendrein auch noch.

Verfasst von: Robert Lecker | März 6, 2011

Es geht weiter!

Ich blogge gerne – so die „große“ Einsicht während meiner letzten Reise. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen Blog trotz permanentem Zeitmangel zu reaktivieren und in Zukunft wieder zu bloggen. Meiner Berufs- und Lebenssituation entsprechend werde ich mich jedoch nicht mehr nur auf CSR konzentrieren, sondern den Bogen ein bisschen breiter spannen: aus CSR wird der komplexere Bereich Nachhaltigkeit, was ich ohnehin interessanter finde. Ebenso möchte ich meine An- und Einsichten dem Komplex Medien, Kommunikation und Gesellschaft widmen, insbesondere wird es dabei wohl um Social Media gehen – nicht zuletzt, weil ich beruflich viel mit dieser Materie zu tun habe.

Demzufolge wurde der/das Blog natürlich auch umbenannt und firmiert nun als „Leckerbissen“. Jetzt gilt es nur mehr, Design und Headerbild dementsprechend zu pimpen, dann kann es schnurstracks losgehen – einen Artikel pro Woche möchte ich meiner Leserschaft in Zukunft schon zumuten :)

Also – ich freue mich wieder aufs bloggen und bin jetzt mal für Anregungen in punkto Design und Headerbild sehr dankbar. LG Robert

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